Sexpraktiken und deren Risiken
| Analverkehr (Ficken, Bumsen, Knallen, Poppen) Beim Analverkehr führt der aktive Partner seinen Schwanz in den Arsch des passiven Partners ein. Die rektale Schleimhaut im Darm kann das HI-Virus und Hepatitis-B-Viren in ausreichender Menge enthalten. Daher kann es beim ungeschützten Analverkehr durch den intensiven Kontakt zwischen den Schleimhäuten des Darms und des Schwanzes zu einer HIV-Infektion und Hepatitis-B-Übertragung kommen. Sowohl vom einführenden (aktiven) als auch auf den aufnehmenden (passiven) Partner. Eine Übertragung ist auch möglich, wenn nicht abgespritzt wird. Beim Ejakulieren (abspritzen) im Arsch erhöht sich das Risiko für den aufnehmenden Partner weiter. | Kondome beim Analverkehr schützen vor einer HIV-Infektion und senken das Risiko der Übertragung einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit. Für jeden neuen Partner ein neues Kondom verwenden. Nur fettfreie Gleitmittel verwenden: Fetthaltige Mittel machen Latex-Kondome durchlässig für Erreger, auch für HIV. Gegen Hepatitis B schützt eine Impfung. |
Arschlecken (Anilingus, oral-analer Sex, Rimming) | Gegen Hepatitis A und B schützt eine Impfung. Wer das Infektionsrisiko reduzieren möchte, kann eine Latexfolie (Dental Dam) verwenden, die über den Anus gelegt wird. |
| Dildopiele Wird ein Dildo von mehreren Personen verwendet, können am Dildo haftende Sekrete und (Blut-)Zellen Krankheiten von einem Partner zum anderen weitergegeben werden. | Dildos sollten vor jeder Weitergabe gründlich mit Wasser und Seife gereinigt oder mit einem neuen Kondom versehen werden. |
| Blasen (Fellatio, Schwanzlutschen, Französisch, Oralverkehr) Beim Blasen wird der Schwanz des einen Partners vom anderen Partner mit dem Mund, der Zunge und den Lippen stimuliert. Dabei saugt, leckt, lutscht etc. der Partner genüsslich am Schwanz. Auch kann der eindringende Partner seinen Schwanz durch rein und raus schieben weiter stimulieren. Durch den Kontakt des Schwanzes mit Mund und Zunge besteht das Risiko sich mit Chlamydien und Tripper zu infizieren. Der Lusttropfen kann Hepatitis-B-Viren enthalten, die zu einer Ansteckung führen können. Bezüglich HIV ist Blasen ohne Abspritzen ungefährlich. Wird Sperma in den Mund gespritzt und/oder geschluckt, besteht ein geringes HIV-Infektionsrisiko. Durch direktem Kontakt mit Hautschuppen, Bläschen oder Geschwüren können zudem Herpes, Feigwarzen (HPV) und Syphilis übertragen werden. | Eine Stunde vor oder direkt nach dem Oralverkehr nicht die Zähne putzen, weil dabei kleine Verletzungen im Zahnfleisch entstehen, die Eintrittspforten für Krankheitserreger darstellen. Falls Sperma in den Mund aufgenommen wurde: Sperma ausspucken und den Mund mit Wasser spülen, anschließend, falls vorhanden, mit alkoholhaltigem Getränk (möglichst 40%ig) nachspülen. Gegen Hepatitis A und B schützt eine Impfung. In der Sexarbeit sollten Kondome auch beim Blasen Standard sein. Sie senken das Risiko eine Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten. |
| Fingerspiele Wenn Finger nach Kontakt mit dem Anus / Rektum zum oder in den Mund geführt werden, können einige sexuell übertragbare Krankheiten (z. B. Hepatitis A, Herpes, Tripper usw.) übertragen werden. | Nach Fingerspielen die Finger waschen (vorher nicht zum Mund führen). Fingernägel sollten kurz geschnitten und nicht scharfkantig sein, um Verletzungen der Schleimhäute zu vermeiden. Gegen Hepatitis A und B schützt eine Impfung. |
Fisten (Faustfick) | Fingernägel sollten kurz geschnitten und nicht scharfkantig sein, um Verletzungen der zarten Darmschleimhaut zu vermeiden. Schmuck muss vorher entfernt werden. Wichtig ist, ausreichend Gleitmittel zu verwenden. Einmalhandschuhe beim Fisten schützen den eindringenden Partner vor dem Kontakt mit Krankheitserregern aus dem Darm oder mit Blut des aufnehmenden Partners; den aufnehmenden Partner schützen sie vor Schleimhautkontakt mit Blut oder an der Hand anhaftenden Erregern. Ficken nach dem Fisten nur mit Kondom praktizieren. Wurde ein fetthaltiges Gleitmittel zum Fisten verwendet, kann man keine Latex-Kondome mehr einsetzen. Um Schmierinfektionen zu vermeiden, sollten Gleitmitteltöpfe nicht von mehreren Personen gemeinsam benutzt werden. |
| Kotspiele (Scat, Kaviar, KV) Kot enthält Darmbakterien, die - wenn sie auf nicht intakte Haut oder Schleimhäute gelangen - Entzündungen hervorrufen können. Außerdem können in Kot in hoher Zahl Hepatitis-A-Viren, Darmparasiten sowie krankmachende Bakterienenthalten sein. | Bei Kotspielen Hände nicht zum Mund führen, nach Kotspielen Hände gründlich waschen. Wer gerne mit Kot spielt, sollte gegen Hepatitis A geimpft sein. |
| Urinspiele (Golden Shower, Natursekt, Watersports, Piss-Spiele) Urin kann Krankheitserreger (Hepatitis-B-Viren, Chlamydien, Tripper etc.) enthalten. Eine Infektionsgefahr besteht, wenn diese Erreger auf Schleimhäute gelangen. Auch durch Trinken von Urin kann man sich mit Hepatitis B infizieren, während Krankheitserreger, die aus der Harnröhre geschwemmt werden, aufgrund der Verdünnung mit Urin nur in so geringer Konzentration vorkommen, dass eine Infektion höchst unwahrscheinlich ist. Urinspiele (einschließlich der Aufnahme von Urin) sind bezüglich einer HIV-Infektion ungefährlich. | Urinspiele sind "HIV-sicher" und bezüglich anderer sexuell übertragbarer Krankheiten sehr risikoarm, solange der Urin nur auf intakte Haut gelangt. Gegen Hepatitis B schützt eine Impfung. |
| Küssen Küssen ist eine relati sichere Sexualpraktik, was HIV und Hepatitis C angeht: HIV und Hepatitis-C-Viren sind nur in geringer Menge im Speichel vorhanden, die für eine Übertragung nicht ausreicht. Hepatitis B dagegen kann beim Küssen übertragen werden, z. B. bei einer hohen Viruslast oder bei leichten Blutungen im Mund. Auch Herpes und HPV-Infektionen können weitergegeben werden, ebenso Syphilis sowie wohl der Tripper. | Gegen Hepatitis B sollte man sich impfen lassen. |
| Wichsen (Masturbieren, Selbstbefriedigung, Onanie) Selbstbefriedigung ist eine sehr sichere Sexpraktik. Nach vorherigem Kontakt mit anderen Partnern kann man allerdings Krankheitserreger auf den eigenen Körper verschleppen, und umgekehrt kann man auch Erreger auf den Körper des Partners übertragen. | Bei gemeinsamer Masturbation kein Sperma, Blut oder Rektalsekret eines anderen auf die eigenen Schleimhäute (Vorhaut, Harnröhrenöffnung) bringen oder auf verletzte Hautstellen kommen lassen. |
Quelle: "sexuell übertragbare krankheiten 2008", Herausgeber: Deutsche AIDS-Hilfe e. V.